Mangas:Bergneustädter Khalil Balaghi zeichnet farbenprächtige Bilder

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Über die ersten 100 Leute, die sich vor einigen Monaten via Instagram seine Zeichnungen angeschaut haben, hat sich Khalil Balaghi tierisch gefreut. Heutee ist der 21-Jährige noch viel bekannter: Rund 10 700 Menschen sind regelmäßig an den Bildern interessiert, die der Bergneustädter dort postet.

 

Seit etwas mehr als zwei Jahren zeichnet der Schüler der Gesamtschule in Derschlag im Stil der japanischen Mangas und Anime-Serien. Seine Bilder sind farbenprächtig und zeugen von großem Talent. Auch die Porträts von Onkel und Großvater sehen aus wie Fotografien.

 

„Meine Mutter hat das Bild meines Onkels in den Libanon zu unseren Verwandten geschickt. Sie dachten erst, das wäre eine Fotografie, in schwarz-weiß ausgedruckt“, berichtet der junge Mann. Er kam mit elf Monaten nach Bergneustadt, verbrachte aber später als Teenager mit seiner Familie noch einmal vier Jahre im Libanon.

 

Damit die Farben besonders intensiv leuchten, benutzt Khalil Balaghi Buntstifte auf Wachsbasis. Lange hat er daran getüftelt, die Schattierungen in den Bildern besonders echt wirken zu lassen.

 

Sein Talent Sprachen zu lernen, steht seinem Zeichentalent kaum nach. Khalil spricht Arabisch, Deutsch und Englisch, da er im Libanon auf eine amerikanische Schule ging. Jetzt ist er gerade auf dem Weg zum Abitur und hat kaum Zeit für all die Zeichenaufträge, die seine Familie ihm am liebsten übertragen würde. „Ich soll eigentlich noch einige Porträts machen, aber ich muss zurzeit erst mal an mein Abitur denken“, sagt Khalil.

 

Seine Zeichnungen entstehen abends. Damit die Farben besonders intensiv leuchten, benutzt Khalil Buntstifte auf Wachsbasis. Lange hat er daran gesessen und geforscht, die Schattierungen in den Bildern besonders echt wirken zu lassen. „Für diese Schatten benutze ich nicht nur schwarz, sondern mehrere Farben, die ins Dunkle übergehen. Dann wirkt das Bild lebendiger.“

 

Mangas und Animes lernte der Nachwuchskünstler über seine Mitschüler am Berufskolleg in Dieringhausen kennen, an dem er sich den Q-Vermerk erarbeitete. „Die guckten da alle Serien wie ,One Pice’. Damit habe ich dann auch angefangen und war begeistert.“ Der Stil der Mangas hat ihn so gefesselt, dass er sich auch darin übte, so zu zeichnen und mittlerweile hat er weltweit Fans, die sich Kopien seiner Bilder auch gerne mal schicken lassen. „Ich hatte schon Anfragen aus den USA und aus Japan“, freut sich Khalil.