Flüchtlingskrise: Österreich hilft mit 160 Millionen Euro

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Die Weltbank erweitert ihr Büro in Wien, im Gegenzug stockt Österreich seine Mittel für Hilfe vor Ort in Syrien, Jordanien & Co. um 160 Millionen Euro auf. Ergebnis eines Treffens von Finanzminister Schelling mit Weltbank-Chef Jim Kim. Christian Nusser berichtet für „Heute“ aus Washington.
Seit vier Jahren ist Jim Kim (56) Präsident der Weltbank. Der Südkoreaner (kam mit 5 in die USA) ist kein Banker, sondern Arzt, mehr noch ein wissenschaftlicher Wunderwutzi. Medizin-Studium an der Elite-Uni Brown (summa cum laude), Doktor der Anthropologie in Harvard. Er gilt als einer der weltbesten Experten für Tuberkulose, in seiner Zeit als Direktor der Weltgesundheitsorganisation WHO rief er ein viel beachtetes Programm gegen HIV ins Leben.

Im Rahmen seiner US-Reise traf Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling nun den smarten Manager. Das Gespräch in Washington fiel offenbar auf fruchtbaren Boden. Kim sagte Schelling zu, das Büro der Weltbank in Wien zu erweitern, er selbst kommt im Juni zu Besuch nach Österreich. Der Weltbankchef schätzt offenkundig Österreichs Rolle und Bedeutung in der Bewältigung der Flüchtlingskrise hoch ein.

160 Millionen Euro
Im Gegenzug wird Österreich auf Initiative von Schelling die Mittel für die „International Development Agency“ (IDA) um 160 Millionen Euro aufstocken. Das wird der Ministerrat kommenden Dienstag in Wien beschließen. Das Geld soll ab 2017 fließen. Zeitraum: neun Jahre.

Die IDA ist eine Unterorganisation der Weltbank, die sich vor allem mit Entwicklungshilfe beschäftigt. Das Geld soll im Rahmen eines Spezialprogrammes vor allem im Libanon, in Jordanien, Syrien und Afghanistan investiert werden, um die Auswirkungen der Flüchtlingskrise einzudämmen, sprich um Fluchtgründe beseitigen.

Die Weltbank beschäftigt sich derzeit auch intensiv mit Plänen zum Wiederaufbau Syriens. Summen von 100 Milliarden Euro aufwärts kursieren.